Kindheit und Jugend

Jackie Chan wuchs in einer ärmlichen Familie auf, die während der Revolution in China in die britische Kolonie Hong Kong geflüchtet war. Charles und Lee-Lee Chan lebten zunächst in ärmlichen Ghettos, wurden dann aber kurz darauf beim französischen Konsul beschäftigt, wo Jackies Mutter Dienstmädchen und sein Vater Koch wurde. Sie wohnten also im exklusiven Villenvorort Victoria Peak, wobei sie doch recht abgeschottet von der westlichen Welt lebten. Da sein Vater chinesische Kampftechniken beherrschte, lehrte er diese Jackie schon früh in seiner Kindheit. Im Alter von sieben Jahren schickten ihn seine Eltern auf die China Drama Academy, die Peking-Oper-Schule (eine Art Internat, das sich auf Kampfsport, Gesang und Schauspiel spezialisiert hat) unter Leitung des strengen Meisters Yu Jim-Yuen, damit der hyperaktive, unartige Jackie dort u. a. Disziplin, aber auch das Kämpfen (u.a. das chinesische Wing-Chun-Kung-Fu) und Schauspielern lernen konnte.

Er wurde auf diese Schule geschickt, weil seine Eltern in Australien eine Arbeit annahmen und ihn nicht mitnehmen konnten. Die Ausbildung an dieser Schule war hart: Die Schüler sind vom Morgengrauen bis Mitternacht mit u.a. Akrobatik, Tanz, Gesang, "Gottesdienst" und Lesen und Schreiben [ was allerdings einen recht geringen Stellenwert besaß] beschäftigt, als Bestrafung waren Schläge keine Seltenheit. Laut dem geschlossenen Schulvertrag war Jackie für zehn Jahre an den Leiter der Schule gebunden, was er sich sogar selbst aussuchte, denn zu Beginn fand er die Umgebung spannend und versprach sich viel Spaß. Als ihn sein Vater nach der Dauer fragte, die er an der Schule verbringen wollte, antwortete er: "Für immer!".

Jackie folgte seinen Eltern nach Abschluss der Schule und einem eher unbeständigen Leben in Bars und Spielhallen. Er arbeitete u. a. im Baugewerbe, wo er auch seinen Namen Jackie erhielt, da er wenig englisch sprach und den Namen seines Vorarbeiters, der Jack hieß, von seinen Arbeitskollegen aufgedrückt bekam, die seinen chinesischen Namen nicht über die Lippen bekamen. Aus kleiner Jack wurde Jacky, wobei er sich für die Schreibweise Jackie entschied.

Schauspielkarriere

Im Alter von sieben Jahren hatte Jackie sein Filmdebüt in Big and Little Wong Tin-Bar. Bis er die Schule im Alter von 17 Jahren verließ, arbeitete er noch an weiteren vier Filmen mit. Danach fand er zunächst Arbeit als Stuntman, unter anderem in Bruce Lees Fist of Fury und Hand of Death, dem Regiedebüt von Wu Yu-Sheng, heute bekannt als John Woo. Die Konkurrenz war groß, doch Jackie gelang es, sich durch besonders waghalsige Aktionen von der Masse der Stuntmen abzuheben. Auf diese Weise erhielt er seine ersten Rollen als Darsteller und arbeitete auch als Stuntkoordinator, sogar als jüngster in der Filmgeschichte Hongkongs. Durch jahrelange harte Arbeit erlangte er endlich den Ruhm, den er verdient hatte. Jedoch misslangen dem frischgebackenen Star zunächst mehrere Versuche, den amerikanischen Markt zu erobern. Obwohl er den Durchbruch in Amerika nicht geschafft hatte, gab er sich nicht geschlagen und drehte mehrere sehr erfolgreiche Filme in China, wie etwa Police Story und dessen Fortsetzungen. Zum Erfolg gelang Jackie Chan durch atemberaubende Stunts in seinen Filmen, die er mutig, aber auch oft mit Verletzungen, absolvierte. Viele davon waren sogar lebensgefährlich: Jackie ist auf einem Ohr schwerhörig nach einem Sturz in Armour of God bzw. Der rechte Arm der Götter. Dieser Film kostete ihn fast das Leben, als er von einem Baum fiel und auf dem Kopf landete. Seit diesem Sturz hat er ein Loch im Kopf, das mit einem Plastikstopfen versiegelt ist. Allerdings ist es lediglich ein Mythos, dass Jackie alle seine Stunts selbst bewältigt hat; gewisse Stunts erfordern speziell trainierte Stuntmen, und manche konnte er aufgrund Zeitmangels oder Verhinderung nicht machen, während sicherlich auch einige Male der Grund jener war, dass der Stunt durch einen anderen Stuntman absolviert besser aussah.

Schließlich wurde auch das amerikanische Publikum auf Jackie aufmerksam, besonders durch Rumble in the Bronx, der es als erster seiner Filme an die Spitze der amerikanischen Box Office Charts schaffte. Er gewann nun neue Fans in der ganzen Welt und seine früheren Filme kamen dadurch auch außerhalb Asiens zu großer Bekanntheit, vor allem in Videotheken. Inzwischen hat er weltweit hohes Ansehen und betreibt außerhalb des Filmemachens noch viele Wohltätigkeitsaktionen, besitzt Anteile an der berühmten Restaurantkette Planet Hollywood und macht sich für den Tourismus seiner Heimatstadt stark. Seine Fangemeinde ist der Meinung, der Erfolg in Hollywood sei ihm nicht zu Kopf gestiegen, denn er wisse stets, wo er herkomme, nämlich aus einer Peking Oper Schule in Hongkong sowie aus ärmlichen Verhältnissen. Trotzdem ist hin und wieder auch wegen Negativschlagzeilen in den Medien von ihm zu hören.

Seine Werke umfassen über 80 Filme, in denen er eine Rolle als Darsteller hat - über 60 mit einer Hauptrolle und insgesamt einer Beteiligung, auch mit Gesang, an über 140 Filmen.

'Ich hoffe, dass die Leute nach meinem Tod sagen werden: Zuerst gab es Bruce Lee... und dann war Jackie Chan da.' (Jackie Chan)
"If the books of film history have all the names - Charlie Chaplin, John Wayne, Steven Spielberg and just a small note, Jackie Chan, then that's enough. I'm happy." (Jackie Chan)
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